Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Interim CFO übernimmt die Finanzleitung auf Zeit – mit Entscheidungskompetenz, nicht nur beratend.
  • Typische Anlässe: Kündigung oder Ausfall des CFO, Wachstum, Krise, Nachfolge, Revision oder Systemumstellung.
  • Die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten; auch Teilzeit ist möglich.
  • Abgerechnet wird meist ein Tages- oder Monatshonorar – ohne Lohnnebenkosten, Rekrutierungsgebühren oder Kündigungsfristen.
  • Wichtig im Vertrag: Aufgaben, Befugnisse, Zeichnungsberechtigung, Haftung, Vertraulichkeit und Übergabe.

Was macht ein Interim CFO?

Ein Interim CFO übernimmt die Verantwortung für das Finanzwesen eines Unternehmens für einen begrenzten Zeitraum. Anders als ein Berater, der analysiert und Empfehlungen abgibt, führt er: Er entscheidet, verantwortet Ergebnisse und leitet das Finanzteam.

Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse sicherstellen
  • Liquiditätsplanung und Cash-Management
  • Budget, Forecast und Reporting an Geschäftsleitung und Verwaltungsrat
  • Gespräche mit Banken, Revisionsstelle, Steuerbehörden und Investoren
  • Führung und Stabilisierung des Finanzteams
  • Leitung von Projekten wie Revision, Due Diligence oder Systemeinführung

Wann lohnt sich ein Interim CFO?

Die Faustregel: immer dann, wenn eine Finanzführungsaufgabe sofort erledigt werden muss und eine Festanstellung zu langsam, zu teuer oder nicht dauerhaft nötig ist.

SituationWas der Interim CFO leistet
Der CFO kündigt oder fällt ausNahtlose Weiterführung, bis die Nachfolge eingearbeitet ist
Starkes WachstumAufbau von Planung, Reporting und Finanzorganisation
Liquiditätsengpass oder VerlusteTransparenz, Liquiditätssicherung, Massnahmenplan, Bankgespräche
Nachfolge oder VerkaufSaubere Zahlen und Vorbereitung auf die Due Diligence
Revision oder SystemumstellungProjektleitung neben dem Tagesgeschäft

Wie läuft ein Interim-Mandat ab?

  1. Erstgespräch: Situation, Ziele und Dringlichkeit klären – vertraulich.
  2. Mandat definieren: Aufgaben, Befugnisse, Pensum, Dauer, Reporting-Linie und Honorar schriftlich festhalten.
  3. Einstieg: In den ersten Tagen verschafft sich der Interim CFO einen Überblick über Zahlen, Prozesse, Team und offene Pendenzen.
  4. Umsetzung: Laufende Führung, regelmässiges Reporting an Inhaber oder Verwaltungsrat.
  5. Übergabe: Dokumentation, Einarbeitung der Nachfolge und geordneter Abschluss des Mandats.

Wie lange dauert ein Mandat – und geht es auch in Teilzeit?

Das hängt vom Anlass ab. Die Überbrückung eines Ausfalls kann wenige Wochen dauern, eine Restrukturierung oder die Zeit bis zum Start einer festen Nachfolge mehrere Monate. Verlängerungen oder ein früheres Ende lassen sich im Vertrag flexibel regeln.

Viele KMU brauchen keinen CFO in Vollzeit. Ein Teilzeit-CFO (auch «Fractional CFO») übernimmt die Finanzführung zum Beispiel an einzelnen Tagen pro Woche – interim oder dauerhaft. Mehr dazu im Beitrag Teilzeit-CFO oder Treuhänder?

Was kostet ein Interim CFO?

Interim-Manager werden in der Schweiz in der Regel über ein Tages- oder Monatshonorar bezahlt. Die Höhe hängt ab von:

  • Pensum (Voll- oder Teilzeit) und Dauer
  • Komplexität der Situation – etwa Wachstum, Krise oder Transaktion
  • Grösse des Unternehmens und des Finanzteams
  • benötigter Erfahrung, zum Beispiel mit Banken, Revision oder Sanierung

Beim Vergleich mit einer Festanstellung lohnt sich ein Blick auf die Gesamtkosten: Bei einer Anstellung kommen zum Lohn die Arbeitgeberbeiträge an Sozialversicherungen und Pensionskasse, Rekrutierungskosten, Einarbeitungszeit und Kündigungsfristen hinzu. Beim Interim-Mandat zahlen Sie nur die tatsächliche Einsatzzeit. Eine seriöse Offerte nennt Honorar, Pensum und Spesenregelung transparent.

Worauf sollten Sie beim Vertrag achten?

  • Aufgaben und Ziele: Was soll bis wann erreicht sein?
  • Befugnisse: Budget-, Personal- und Zahlungsverantwortung klar festlegen.
  • Zeichnungsberechtigung und Handelsregister: Wenn der Interim CFO nach aussen handeln soll, kann eine Zeichnungsberechtigung erteilt und eingetragen werden.
  • Haftung und Versicherung: Wer eine Organfunktion übernimmt, trägt Verantwortung. Klären Sie Haftung und Versicherungsschutz, etwa über eine D&O-Versicherung.
  • Vertraulichkeit: Schriftlich festhalten – gerade bei Sanierung, Nachfolge oder Verkauf.
  • Übergabe: Dokumentation und Einarbeitung der Nachfolge gehören zum Auftrag.

Warum ein Interim CFO mit Treuhand-Hintergrund?

Wer Buchhaltung, Abschluss, MWST und Steuern von Grund auf kennt, findet sich in fremden Zahlen schneller zurecht und erkennt Risiken früher. Bei BERG kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Unsere Interim- und Teilzeit-CFOs entwickeln auf Wunsch gemeinsam mit unserem Partner 1Klick Business Technology Services KI-Lösungen für das Finanzwesen mit – etwa einen automatisierten Monatsabschluss oder eine Liquiditätsprognose.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Interim CFO und Finanzberater?

Ein Berater analysiert und empfiehlt. Ein Interim CFO übernimmt die Funktion selbst – mit Entscheidungskompetenz, Führungsverantwortung und Verantwortung für die Umsetzung.

Wie schnell kann ein Interim CFO starten?

In dringenden Fällen kurzfristig. Nach dem Erstgespräch werden Aufgaben, Pensum und Dauer geklärt und ein Starttermin festgelegt, der zur Situation passt.

Wird der Interim CFO beim Unternehmen angestellt?

In der Regel nicht. Die Zusammenarbeit erfolgt über einen Mandatsvertrag mit dem Dienstleister; Lohnadministration und Sozialversicherungen fallen beim Unternehmen nicht an.

Arbeitet ein Interim CFO vor Ort oder remote?

Meist beides: Präsenztage im Unternehmen für Führung, Team und wichtige Termine, ergänzt durch digitale Zusammenarbeit. Das Verhältnis richtet sich nach der Aufgabe.

Sie brauchen kurzfristig einen CFO?

Wir übernehmen die Finanzführung als Interim oder Teilzeit-CFO – in der ganzen Deutschschweiz und auf Wunsch kombiniert mit KI-Entwicklung.

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